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DrohnenleistungenManuel Hauer08. Oktober 2026

Drohnenvermessung beauftragen: Was vor dem Flug geklärt sein sollte

Messziel, Genauigkeit, Koordinatensystem, Zielsoftware und Grenzen: welche Angaben eine Drohnenvermessung planbar machen, bevor die Drohne startet.

Drohnenpilot prüft seinen Quadrocopter vor einem Flug

Stockfoto: Max4e / Magnific. Beispielhafte Darstellung, keine Aufnahme eines eigenen Kundenprojekts.

Eine Drohnenvermessung lässt sich nur so gut planen wie die Frage, die sie beantworten soll. Vor dem Flug sollten fünf Dinge feststehen: wofür die Daten gebraucht werden, welche Genauigkeit dafür nötig ist, in welchem Koordinatensystem und für welche Software sie geliefert werden, welcher Bereich erfasst wird und was ausdrücklich nicht dazugehört. Aus diesen Angaben ergeben sich Flughöhe, Überlappung und Referenzpunkte am Boden und damit auch der Festpreis.

Wofür werden die Daten gebraucht?

Das Messziel ist die wichtigste Angabe, weil sich alles andere daraus ableitet. Grundsätzlich gibt es zwei Ergebniswege, die sich auch kombinieren lassen:
  • Georeferenzierte Vermessungsdaten für Planung und Aufmaß, etwa für Bestandserfassung, Flächen und Geometrien oder die fachliche Weiterverarbeitung im Planungsbüro.
  • Ein interaktives 3D-Modell zur Präsentation, Projektkommunikation und Abstimmung, das sich im Browser drehen und per Link teilen lässt.
Das 3D-Modell ist dabei ein optionaler Ergebnisweg, keine verbindliche Messdatei. Ein reales Beispiel ist das Modell des Schlossareals Heitersheim mit zehn hinterlegten Bereichen, berechnet aus einer Befliegung. Sie finden es auf der Seite zur Drohnenvermessung.
Hilfreich ist eine Formulierung wie: „Wir brauchen die Dachflächen und Traufhöhen des Bestands als Grundlage für die Entwurfsplanung“ statt „Wir hätten gern ein 3D-Modell“. Je konkreter der Zweck, desto gezielter die Planung.

Welche Genauigkeit braucht Ihr Projekt?

Welche Lage- und Höhengenauigkeit Ihr Projekt benötigt, klären wir vor der Befliegung. Darauf stimmen wir Bildaufnahme, Georeferenzierung und Qualitätsprüfung ab. Je nach Aufgabe kommen RTK-gestützte Kamerapositionen, eingemessene Passpunkte oder eine Kombination zum Einsatz. Die erreichte Genauigkeit wird anhand unabhängiger Kontrollpunkte beurteilt und für die vereinbarten Daten im Bericht dokumentiert. Eine bestimmte Bodenauflösung oder eine RTK-Drohne allein belegt noch keine Genauigkeit des fertigen Ergebnisses.
Was erreichbar ist, hängt von Flughöhe, Überlappung, Referenzpunkten und der Beschaffenheit des Objekts ab. Glas, Wasser, dichter Bewuchs, verdeckte Flächen und scharfe Kanten sind schwierig.
Die Datenqualität muss zur späteren Nutzung passen. Deshalb stimme ich Messziel, Referenzpunkte und Qualitätsprüfung vor der Befliegung mit Ihnen und dem empfangenden Planungsbüro ab. So wird aus einer Aufnahme ein vereinbartes Arbeitsergebnis, dessen Qualität nachvollzogen werden kann. Zur vereinbarten Vermessung gehört ein Verarbeitungsbericht als PDF. Er dokumentiert die Abweichungen an unabhängigen Kontrollpunkten und, sofern verwendet, an den Passpunkten. Welche Bereiche und Datenausgaben geprüft werden, wird passend zum Messziel festgelegt.

In welchem Koordinatensystem und für welche Software?

Der Lagebezug wird passend zum Projekt festgelegt, etwa ETRS89/UTM mit passender UTM-Zone oder für Schweizer Projekte LV95. Höhenbezug und Einheit werden gesondert mit dem Empfänger abgestimmt, damit die Daten zu vorhandenen Plänen und Karten passen.
Nennen Sie außerdem die Software, mit der die Daten weiterverarbeitet werden. So lassen sich Zielformat und Ausgabe auf den Arbeitsablauf abstimmen. Der Empfänger prüft die Importmöglichkeit in seiner Softwareversion; erforderliche Konvertierungen werden vorab geklärt.
Welche Ausgaben Sie brauchen, ergibt sich aus dem Messziel. Bei der Frage, ob ein Luftbild oder ein Orthofoto passt, hilft der Beitrag Luftbild oder Orthofoto. Was eine Punktwolke leistet und wo ein Modell beginnt, erklärt der Beitrag Punktwolke oder BIM-Modell.

Welche Angaben zum Objekt helfen bei der Planung?

  • Lage und Abgrenzung: Adresse und welcher Bereich erfasst werden soll, etwa ein Gebäude, ein Dach, ein Grundstück oder eine Baustelle.
  • Besonderheiten: Innenhöfe, Vordächer, große Glasflächen, Bäume oder Gewässer.
  • Zugänglichkeit: Ob am Boden Passpunkte gesetzt und eingemessen werden können.
  • Umfeld: Nachbarschaft, Verkehr oder Betriebsabläufe, die bei der Flugplanung zu berücksichtigen sind.
  • Zeitraum: Bis wann die Daten gebraucht werden.
Vor dem Termin werden Luftraum und Umgebung geprüft. Ob Genehmigungen oder Zustimmungen nötig sind, hängt vom Standort ab und wird vorher geklärt.

Was gehört nicht zur Drohnenvermessung?

Damit keine falschen Erwartungen entstehen, sollte auch das Ausgeschlossene feststehen:
  • Keine amtliche Vermessung. Amtliche Grenz- und Katasterleistungen sind nicht Teil meines Angebots. Dafür wenden Sie sich an die zuständige Vermessungsstelle.
  • Kein fertiges CAD- oder BIM-Modell. Die Punktwolke ist eine Grundlage dafür. Fertige CAD-Zeichnungen, IFC-Dateien und bauteilbezogene Modelle sind eigene Fachleistungen.
  • Das Browsermodell ist keine Messdatei. Verbindliche Maße gelten nur für die vereinbarten und geprüften Vermessungsdaten.

Wie könnte ein Briefing aussehen?

Ein Planungsbeispiel: Angenommen, ein Architekturbüro bereitet die Sanierung eines Gebäudeensembles vor und hat keine aktuellen Bestandspläne der Dachflächen.
  1. Messziel: Dachflächen, Traufen und Firsthöhen als Grundlage für die Entwurfsplanung.
  2. Genauigkeit: vom Büro für die Entwurfsplanung festgelegt, geprüft an Kontrollpunkten.
  3. Ausgaben: Orthofoto und Punktwolke im vereinbarten Koordinatensystem, dazu ein 3D-Modell für die Abstimmung mit dem Bauherrn.
  4. Software: die Programme, mit denen das Büro weiterarbeitet.
  5. Grenzen: keine Innenräume, keine Katasterleistung, Modellierung im Büro.
Mit diesen Angaben lässt sich der Flug gezielt planen, und der Festpreis steht vor der Befliegung fest.

Der nächste Schritt

Wie viele Termine vor Ort erforderlich sind und wann die Daten übergeben werden, steht im konkreten Angebot. Zum Zeitplan gehören Befliegung, Auswertung, Qualitätsprüfung und gegebenenfalls Rückfragen. Beschreiben Sie Objekt, Messziel und Zielsoftware im Anfrageformular. Sie erhalten eine Einschätzung und ein Angebot mit festem Preis.
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